Lesenswertes von Überall

Einzelschicksale vs. Unbekannte: Die dunklen Seiten der Empathie

Im August 2018 fällt eine Touristin von einem Kreuzfahrtschiff ins Meer und überlebt. Die Medien stürzen sich darauf. Im Schnitt sterben jeden Tag 6 Nicht-Europäer im Mittelmeer, ihre Rettung wird kriminalisiert. Haben wir mehr Mitgefühl mit einer einzelnen Frau als mit Hunderten Unbekannten? Fritz Breithaupt lehrt an der Indiana University in Bloomington und beschäftigt sich Fragen wie diesen.  Der Empathie-Forscher beschreibt in seinem Buch „Die Dunklen Seiten der Empathie“ welche dunklen, bisher verdrängten Aspekte der Empathie, die auf dem Weg zu einer besseren Gesellschaft in den Blick genommen werden müssen.

  • Im Interview mit Vice spricht er darüber, wo Empathie einfach ist, warum sie nicht immer positiv ist, und wo die Grenzen der Empathie-Fähigkeit sind.
  • Die Dunklen Seiten der Empathie von Fritz Breithaupt, erschienen im Suhrkamp Verlag, 2017, 227 S., ISBN 978-3-518-29796-4

Von der Selbstgerechtigkeit zur Selbstkritik

„Sozialschmarotzer“, „Rassist“ oder „Gutmensch“: wer kennt diese Labels nicht? Und wer hat diese Labels nicht schon vorschnell verteilt – ohne sich mit der Position der anderen ernsthaft auseinander zu setzen? Das führt dazu, dass es schwer wird, andere Einstellungen zu verstehen und politischen Austausch zu pflegen. Vielfach schafft man sich lieber seine eigenen heimeligen Diskussionsräume, wertet andere Positionen ab und will mit Menschen, die anders denken und leben als man selbst, nichts mehr zu tun haben. Laura Wiesböck widmet sich in ihrem neuen Buch „In besserer Gesellschaft – der selbstgerechte Blick auf die anderen“ der Neigung zur Abgrenzung von anderen Menschen.

  • Kontrast.at geht im Interview mit der Autorin den Fragen nach, was Selbstgerechtigkeit bedeutet, wie sie entsteht und welche Folgen sie haben kann.
  • Thekla Dannenberg rezensiert das Buch auf Freitag.de
  • In besserer Gesellschaft. Der selbstgerechte Blick auf die Anderen von Laura Wiesböck, erschieneb bei Kremayr & Scheriau 2018, 208 S., ISBN: 978-3-218-01133-4

Was hab ich? – Befunde in leichte Sprache übersetzt

Kennen Sie das? Sie sind bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bekommen Ihren Befund mit. Manchmal versteht man nur schwer, worum es eigentlich geht. Was hab‘ ich? schafft Abhilfe: Ein Team aus Studierenden der Medizin übersetzt medizinische Befunde in eine leicht verständliche Sprache. Kostenlos und wirksam: Patienten können mit dem Ergebnis den ärztlichen Befund und die sich daraus ergebenden möglichen Folgen besser einschätzen. Das ermöglicht Entscheidungen auf Augenhöhe. Die Medizinerinnen und Mediziner arbeiten ohne Bezahlung und freiwillig für das Projekt. Nicht nur Menschen, die die Deutsche Sprache erst erlernen profitieren von diesem Angebot!

  • Das Projekt steht für deutschsprachige Befunde jedermann offen
  • Die FAQ informieren zu häufig gestellte Fragen (auch zu Datensicherheit und Wartezeiten). Finden Sie dort Antworten auf Ihre Fragen!

Fact Sheet Jahresrückblick Integration und Asyl 2017

Quelle: integrationsfonds.at

Wie viele Anträge auf Schutz durch Asyl wurden 2017 positiv beurteilt? Wie viele Flüchtlinge mit positivem Bescheid sind ohne Erwerbsarbeit oder in Schulungen? Welche Entwicklungen hat es vergangenes Jahr in der Politik im Bereich Integration gegeben? Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) fasst Zahlen und Entwicklungen rund um die Themen Asyl und Integration im Jahr 2017 in einem aktuellen Fact-Sheet zusammen.

 

So geht Medien: Medienwissen – nicht nur für SchülerInnen und LehrerInnen

Quelle: http://www.br.de/sogehtmedien

Jeden Tag erscheinen weltweit Millionen neuer Videos, Artikel und Posts im Internet. Einst als *das* demokratischste Medium schlecht hin gefeiert stellt sich heute oft die Frage: Stimmt das wirklich, was da zu sehen und zu lesen ist? Oder ist alles nur Fake? So geht Medien, ein Onlineangebot von ARD, ZDF und Deutschlandradio erklärt, wie Nachrichten enstehen, Lügen im Netz entlarvt werden können und woher Journalisten überhaupt wissen, ob etwas wahr ist? Dabei setzen die MacherInnen auf Videos, Audios, Quiz, und interaktiven Karten und Texte.

  • Die Inhalte sind für den Einsatz im Unterricht konzipiert: Wie das geht, erklärt dieses Videotutorial. Arbeitsblätter zur weiteren Nutzung gibt’s dazu!
  • Spannend auch „für den Hausgebrauch“ auf der YouTube-Playlist: Wie sich Lügen im Netz verbreiten, der Unterschied zwischen YouTuber und Nachrichtensprecher und auch Infos zu Filterblasen und Quellenauswahl.

Mehr als Flucht

Welche Gruppen sind im Syrien-Konflikt involviert? Wie funktioniert das Scharia-Rechtssystem? Wie ist das mit dem Konzept von Ehre und Schande? Welche Feste feiern die Menschen in Somalia, Irak, Afghanistan und Syrien? Diese und mehr Fragen haben sich Studierende und Absolventinnen & Absolventen der Kultur- und Sozialanthropologie an der Universität Wien gestellt und ausgearbeitet. Sie präsentieren mit der Initiative „Mehr als Flucht“ fachlich fundierte Informationen zu den Herkunftsregionen von Menschen, die in Österreich Schutz auf ihrer Flucht suchen. Zielgruppe der angebotenen Vorträge sind vor allem Organisationen und Engagierte in der Flüchtlingshilfe.

#GegenHassimNetz unterstützt bei Hass, Hetze und Cyber-Mobbing

Hass im Netz ist allgegenwärtig und betrifft viele Nutzerinnen und Nutzer – egal ob als Opfer oder als Zeuge oder Zeugin. Online Hass und Hetze beeinflusst die öffentliche Meinung und stellt daher eine potenzielle Gefahr für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit dar.
Die Beratungsstelle #GegenHassimNetz unterstützt von Hass, Hetze und Cyber-Mobbing betroffene Internet-Userinnen & User dabei, gegen entsprechende Inhalte effektiv vorzugehen. Die berät über Handlungsoptionen, Gegenstrategien und bietet Unterstützung bei möglichen rechtlichen und anderen Schritten. Zusätzlich melden die juristisch und psychosozial geschulten Mitarbeiter & Mitarbeiterinnen entsprechende Inhalte bei den jeweiligen IT-Unternehmen, um eine Löschung zu erwirken.

Geht das: mit meinen Kindern in der Sprache reden, die ich will?

Klar ist: Deutschkurse schaffen Chancen. Manche sehen sie auch als (scheinbare) Lösung aller Integrationsprobleme. Wie ist das jedoch, wenn man als Italienerin angefeindet wird, wenn man sich mit seinen Kindern in einer anderen Sprache als Deutsch unterhält? „Die alte Dame hat sich aufgeregt, weil man ihrer Meinung nach österreichischen Kindern nicht Türkisch beibringen soll und mir unterstellt, dass ich kein Deutsch könne“ – Aysun Bayizilioglu hat sich für die Presse angesehen, wie es darum steht, eine beliebige Sprache sprechen „zu dürfen“, was türkisch Sprechende mit Vorarlbergern gemeinsam haben und ob es gute und böse Sprachen gibt – und welche das sind.

  • „Aber trotzdem muss man sich bemühen, Deutsch zu lernen. Denn ohne die Sprache der Aufnahmegesellschaft zu können, kann man sich nicht integrieren.“ – lesen Sie den ganzen Bericht auf diepresse.at
  • Die Sprachkurse des BFI in Traun helfen dabei!
  • Ansfelden unterstützt mit „Mama lernt Deutsch“ im Rahmen von Zusammenleben in Ansfelden ab Herbst 2017 eine Gruppe engagierter Mütter, die ihre Sprachkenntnisse im Alltag verbessern möchten.

(Mehr)-Sprachentwicklung gut unterstützen und Auffälligkeiten erkennen mit kindersprache.org

Sprache ist eine Schlüsselkompetenz – denn Sprache öffnet Türen zum erfolgreichen Lernen, für Freundschaften und Beziehungen und das selbstbewusste Mitwirken in der Welt. Das Projekt „kindersprache.org“ des Konventhospitals Barmherzige Brüder sowie der Kinder- und Jugendhilfe Oberösterreich bietet eine erste Anlaufstelle für Informationen rund um Kindersprache und Sprachentwicklung.

Neben Informationen zur allgemeinen Sprachentwicklung und Mehrsprachigkeit finden Eltern von Kindern bis zum 6. Lebensjahr Hilfen zum frühen Erkennen von Auffälligkeiten der Sprachentwicklung und auch Information über professionelle Abklärungs- und Diagnostikangebote. Darüber hinaus werden zahlreiche Sprachfördertipps im Alltag für die unterschiedlichen Entwicklungsphasen angeführt sowie pädagogische und therapeutische Angebote bzw. Kontaktstellen erläutert.

  • Besonders die Informationen zu Formen der Mehrsprachigkeit sind für Elternin einem vielfältigen Umfeld interessant.
  • Auch die FAQ zu Fragen wie „Wie kann ich darauf reagieren, wenn mir das nächste Mal jemand empfiehlt, mit meinem Kind Deutsch zu sprechen oder mir sagt, dass Zweisprachigkeit schlecht für mein Kind ist?“ sind hilfreich bei der mehrsprachigen Erziehung.

Mit einem praktischen Baukasten seine eigene Verschwörungstheorie gestalten

Im Mai 2017 luden die Brücken~bauer~Innen im Prozess „Zusammenleben in Ansfelden“ zur Weiterbildung „Schall und Rauch: Die Verschwörung“ mit Thomas Rammerstorfer. Dabei ging’s um Fragen wie: wem nutzt eine Verschwörungstheorie? Wie entsteht sie? Was kann ich dabei tun?

Die TV-Sender SRF, ORF, Arte und BR nehmen sich nun dem Phänomen „Verschwörungstheorien“ an und bieten ein transmediales Informationsportal an, das die Mechanismen beleuchtet. Mitte Juni 2017 ging das umfangreiche Webprojekt unter www.dieweltherrschaft.net online.

Darin gibt’s Infos über die immer wiederkehrenden Strukturen und Motive populärer Verschwörungstheorien. Besonders spannend: Nach einem Baukastensystem können Userinnen und User online eine eigene personalisierte Verschwörungstheorie bauen. Dabei lernen sie,  die wiederkehrenden Muster und Strukturen von Verschwörungstheorien zu erkennen und spielerisch anzuwenden.