Bildung

„Es ist besser, Brücken zu bauen als abzureißen“

Am Freitag, 5. April 2019 besuchten über 20 Kinder der Volksschule Ansfelden die Stadtbibliothek Ansfelden zu einer Lesestunde im Rahmen der  Integrationswochen 2019 und zum Welttag des Buches. Nach einer Idee des Verein IBUK las Lesementor Stadtamtsdirektor Dr. Wilhelm Wilfinger die Geschichte „Auf der anderen Seite des Flusses“ vor. Nicht nur die Mädels & Jungs hatten daran ihre Freude, auch Sozialstadträtin Andrea Hettich und Bürgermeister Manfred Baumberger  lauschten gespannt der Geschichte rund ums gute Miteinander. Danach hielten die jungen Ansfeldnerinnen und Ansfelden noch auf Kärtchen fest, was sie selbst dazu beitragen können, dass Menschen in Ansfelden gut miteinander auskommen.

Geh denken am 24. April: Niemals Nummer. Immer Mensch

Ende April 1945, wenige Tage vor der Befreiung des KZ Mauthausen, zwangen Nationalsozialisten ungarische Juden zum Todesmarsch von Mauthausen nach Gunskirchen. Die Route führte dabei auch durch Ansfelden. Tausende Menschen starben qualvoll. Die Plattform „Wider das Vergessen“ lädt ein zum

  • „Geh-Denken“ mit Musik und Texten am Mittwoch, 24. April 2019 um 18 Uhr bei der Kremsbrücke in der Ritzlhofstraße, nahe dem Gasthof Stockinger.
  • Die Historikerin Angelika Schlackl hat die bisher bekannten Details auf einer Google-Map anschaulich zusammengefasst.

Zur Geschichte an der Kremsbrücke

An der Kremsbrücke wurde 1945 der Leichnam einer ungarischen Jüdin ins Wasser geworfen. Die Frau gehörte mit ihrem Kind, einem kleinen Mädchen, dem Todesmarsch an. Sie war nahe der Krems zusammengebrochen und konnte sich nicht mehr erheben. „Gleich trat ein SS-Bewachungsposten hinzu und erschoss vor den Augen des Kindes die Mutter. Das Kind weinte herzzerreißend. Die Frau wurde zur Brücke getragen und dort in den Fluss geworfen,“ schreibt Peter Kammerstätter in der Materialsammlung „Die es noch immer nicht glauben wollen“. Kinder, Frauen, Männer, Alte und Gebrechliche mussten den 55-km-Marsch von Mauthausen über Enns, Asten, St. Florian, Ansfelden, Pucking, Weißkirchen, Schleißheim, Thalheim und Wels nach Gunskirchen antreten. Tausende starben an Erschöpfung oder wurden von den Nazis am Weg ermordet.

Schulsport in der NMS Ansfelden für ein Haus der Menschenrechte

Die Senior-Cup-Sieger der 3b der NMS Ansfelden.
(Foto: NMS Ansfelden / Hauer)

Im Einsatz für mehr Gerechtigkeit, aufeinander Schauen und Miteinander: Am Faschingsdienstag 2019 organisierte die 3b der NMS Ansfelden im Rahmen eines Wohltätigkeitsprojektes ein Faustballturnier für die ganze Schule. Dabei gab’s glänzende Siegerpokalte für die jungen Ansfeldnerinnen und Ansfeldner in der 1b und der 3b.

Die großen Gewinner waren an diesem Tag auch Kinder im Haus der Menschenrechte von SOS-Menschenrechte Österreich: Die Einnahmen vom Jausenbuffet, die freiwilligen Spenden und die Eintrittsgelden kommen Kindern, die bereits schlimmste Erfahrungen und Verluste erleiden mussten zu Gute. Bei dem Projekt lernen Schülerinnen und Schülern der NMS Ansfelden, nicht nur hart zu kämpfen, sondern auch den Kampf gegen Ungerechtigkeit, Entsolidarisierung und Ausgrenzung  aufzunehmen.

Mit dem Lesetandem Freude am Lesen weitergeben

„Ich finde es überaus wichtig lesen zu können. Es ist ein großes Geschenk an die Gesellschaft, einem Kind zu helfen, rauszufinden wie cool lesen sein kann und dass man, wenn man gut lesen kann, alles erreichen oder werden kann.“ – (Denise, Ansfeldner Lesementorin, 2017)

Mit dem Lesetandem fördert die Ansfelden Bildung bei jungen Gemeindebürgerinnen und Gemeindebürgern. Beim Lesetandem lesen freiwillig engagierte erwachsene Mentorinnen und Mentoren einmal die Woche – ein Semester lang –  eine Stunde – mit einem Kind. Sie wecken dabei das Interesse am Lesen und an Büchern, fördern die Kreativität und Vorstellungkraft, sind ein „starkes Lesevorbild“ und fördern Konzentration und den Sprachschatz der Kinder. Koordiniert wird das Angebot vom Verein für interkulturelle Begegnung und Kulturvermittlung (IBUK).

Möchten auch Sie Lesementorin oder Lesementor werden und Bildung in Ansfelden fördern? Das Team vom Verein ibuk informiert über das „Was?“ und „Wie?“ zum Lesetandem!

  • Fatima Malic (Geschäftsführerin Verein IBUK) und Nadja Reichl (Projektleiterin Lesetandem) beantworten gerne ihre Fragen unter 0732 / 66 08 04 oder per E-Mail lesetandem@ibuk.at
  • Die LesementorInnen Hannah Haudum, Denise Mayer und Manfred Oberngruber erzählten 2017 im Interview über ihre Motiviation, sich beim Lesetandem zu engagieren.

Gesund bleiben in Ansfelden: Wohin wenn’s zwickt?

Die neue Broschüre „Gesund bleiben in Ansfelden“ bietet auf sechs Seiten praktische und leicht verständliche Informatio-nen für Gemeindebürgerinnen rund um die vielfältigen Angebote im Gesundheitsbereich.

Wohin „wenn‘s zwickt“? Zum Arzt oder doch ins Krankenhaus? Gibt‘s da eine Hotline? Wie schau ich in Ansfelden auf meine Gesundheit? Die neue Broschüre „Gesund bleiben in Ansfelden“ bietet auf sechs Seiten praktische und leicht verständliche Informationen für Gemeindebürgerinnen rund um die vielfältigen Angebote im Gesundheitsbereich.

„Manche Menschen in Ansfelden sind sich unsicher, wann sie zum Hausarzt gehen sollen, die Rettung rufen, oder wann ein Besuch in der Notfall-Ambulanz richtig ist. Wir bringen mit der gemeinsam mit Ärztinnen und Ärzten entwickelten Broschüre mehr Klarheit.“ so Sozialstadträtin Andrea Hettich, Leiterin der Arbeitsgruppe „Soziales und Gesundheit“ und Co-Prozessleiterin „Zusammenleben in Ansfelden“. Die Infobroschüre „Gesundbleiben in Ansfelden“ wurde im Rahmen von „Zusammenleben in Ansfelden“ entwickelt. An der inhaltlichen Gestaltung haben Ärztinnen und Ärzte, Gesundheitsdienstleistende und politische Gestalterinnen und Gestalter mitgearbeitet.

Das neue Infoangebot ist ab sofort kostenlos bei den Ansfeldner Bürgerservicestellen, in der Willkommensmappe, in der Stadtbibliothek und in der Sozialberatungsstelle am Stadtamt sowie bald auch bei einigen niedergelassen Ärztinnen und Ärzten und Gesundheitsdienstleistenden in Ansfelden erhältlich.

Vastehst mi? Mit Dialekt und Umgangssprache besser ankommen!

„Deutsch ist eine wunderbare Sprache, nur leider spricht sie in Österreich niemand.“ Im beruflichen wie persönlichen Alltag werden Menschen regelmäßig mit Dialekt und Umgangssprache konfrontiert. Das BFI Oberösterreich bietet in diesem Kurs eine Einführung in die wichtigsten Formulierungen und Besonderheiten des oberösterreichischen Dialekts Schnell zeigt sich: Ganz so unverständlich sind KollegInnen und NachbarInnen gar nicht!

  • Dieser Kurs richtet sich an alle, die mit Dialekt-SprecherInnen in Kontakt sind. Voraussetzung für die Teilnahme sind Sprachkenntnisse auf dem Niveau A2.
  • Alle Informationen zum Kurs am Standort Linz und zur Anmeldung auf den Anbieterseiten bfi.at
  • Das Berufsförderungsinstitut in Traun bietet Kurse für Prüfungen auf verschiedenen Sprachniveaus an. Der Standort in der Nachbarstadt ist für Ansfeldnerinnen und Ansfeldner gut zu erreichen. Die Kosten für die Fortbildung sind günstig – und der Mehrwert der Investition ist unbezahlbar.

Mit dem kostenlosen Sprach-Café bietet Ansfelden seinen deutschlernenden Bürgerinnen und Bürgern in freundlicher Atmosphäre Raum und Zeit, ihre Sprachkenntnisse auszubauen. Das Angebot findet alle zwei Wochen (Termine auf ansfelden.at) von 17.00 bis 18.30 Uhr im Ansfeldner Rathaussaal (Stadtteil Haid) statt und kann ohne Anmeldung unverbindlich besucht werden.

Demokratie-Menschenrechte-Zivilcourage: Ansfelden unterstützt mit Jack D. junge Bildungshungrige

Wie spürt sich Demokratie an? Was heißt Mitgestalten? Wie werden Gesetze in Oberösterreich beschlossen? Worauf ist es schlau zu achten, wenn ich mir eine eigene Meinung bilde? Wann kann ich in „unangenhemen Situationen“ selbst eingreifen? Mit dem Fördertopf Jack D. (check Demokratie) unterstützt die Stadt Ansfelden junge Menschen in Schulen und Vereinen dabei, sich zu den Themen „Demokratie“, „Zivilcourage“ und „Menschenrechte“ weiterzubilden. Denn: politische Bildung junger Menschen ist ein wesentlicher Motor für das Gelingen von gutem Zusammenleben in der Stadt.

Ist Demokratie (noch) ein Instrument zur Friedenssicherung?

Am Freitag, 1. Februar lädt die Arbeitsgemeinschaft „Linzer Friedensgespräche“ zu den Friedensgesprächen 2019 in den Wissenturm Linz ein. Den Eröffnungsvortrag wird um 14 Uhr Politologe Lothar Brock (früherer Leiter der Forschungsgruppe „Demokratisierung und der innergesellschaftliche Frieden“ an der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung). In vier aufeinander folgenden Workshops (ab 16 Uhr) geht es um das Spannungsfeld zwischen Mehrheitsentscheiden und Minderheitenrechten, um direkte Demokratie und ihre Chancen bzw. Risiken für Frieden, um die Bedeutung der Friedenspädagogik und um das Thema „Partizipation und Demokratie“.

Informations- und Begegnungsabend Muslime und Christen

Wie barmherzig ist der Islam? Was sind die Kernbotschaften der beiden Religionen? Warum ist der interreligiöse Dialog wichtig? Wie leben Christen und Muslime ihren Festkreis?
Der Interreligiöser Dialog im Dekanat Traun und Fachausschuss Caritas der Pfarre Ansfelden laden am 30. Jänner 2019 um 19 Uhr in den Pfarrhof Ansfelden zum „Informations- und Begegnungsabend Muslime und Christen“. Lic. Murat Başer (Vorsitzender Islamische Religionsgemeinde für OÖ, Imam, Theologe) und Monika Greil-Payrhuber MA (Projektverantwortliche Interreligiöser Dialog im Dekanat Traun) geben dabei Antworten aus erster Hand auf Fragen rund um Kernbotschaften, Dialog und Festkreise.
Diese Veranstaltung wird organisiert von Interreligiöser Dialog im Dekanat Traun und Fachausschuss Caritas der Pfarre Ansfelden. Mit freundlicher Unterstützung durch die Österreichische Gesellschaft für politische Bildung und der Stadt Ansfelden.

Ansfelden fördert gutes Zusammenleben in der Schule

Ein Angebot mit Förderung durch die Stadt: Zeitzeugin Anna Hackl gemeinsam mit Lernenden beim Besuch in der NMS Ansfelden.

Ansfelden fördert auch 2019 mit verschiedenen Angeboten gutes Zusammenleben in der Stadt. Dabei entwickelt sie im Prozess „Zusammenleben in Ansfelden“ gemeinsam mit AkteurInnen aus der organisierten Zivilgesellschaft Maßnahmen. Diese basieren auf konkreten Handlungsbedarfen in Themenfeldern und unterstützen die Agierenden bei konkreten Herausforderungen, die sich durch eine vielfältige Gesellschaft ergeben.

Bildung ist das, was Dich machen lässt, was Du machen willst

Besonders das Themenfeld Schule & Bildung liegt der Prozessleitung am Herzen. Mit folgenden Angeboten investiert die Stadt in ein friedliches, respektvolles Zusammenleben:

  • Mit dem städtischen Budgetopf „Jack D.“ fördert die Stadt Schulen und Vereine, die ihre SchülerInnen und jungen Mitglieder im Bereich Demokratie, Zivilcourage, Menschenrechte fortbilden. Dabei fördert die Stadt Angebote der politischen Bildung wie Bildungsfahrten in die Gedenkstätten Hartheim oder Mauthausen, den Besuch der Demokratiewerkstatt in Wien, einen Besuch im Landhaus Linz, Zivilcouragetrainings, das Planspiel „Miramix, StandUp! Menschenrechtsworkshops oder auch das projektXchange.
  • Das Angebot Jugend im Dialog  unterstützt Kinder dabei, Unterschiede als Chance zu entdecken, sich miteinander in Vielfältigkeit zu verständigen und zu lernen, wie Zusammenleben gut gelingen kann. Das Angebot wird im Auftrag und mit finanzieller Beteiligung der Stadt den Schulen angeboten und in Form von Workshop-Doppelstunden von Mitarbeitern der Volkshilfe OÖ FMB durchgeführt.
  • Die SprachmittlerInnen in Bildungseinrichtungen unterstützen Eltern und PädagogInnen dabei, ihre Anliegen und Fragen im Schulbereich über Sprachgrenzen hinweg zu bereden. PädagogInnen der Ansfeldner Schulen, der Horte und Kindergärten können bei Veranstaltungen wie Elternsprechtagen oder Klassenforen mehrsprachige Fachkräfte für Übersetzungen vor Ort anfordern. Das erleichert die Kommunikation zwischen Lehrern und Eltern und Eltern die gerade Deutsch lernen besuchen die Veranstaltungen vermehrt.
  • Mit dem Lesetandem unterstützen wir als Stadt die Freude am Lesen bei jungen Ansfeldnerinnen und Ansfeldnern. Dabei lesen freiwillig engagierte erwachsene Mentorinnen und Mentoren mit den Kindern aus Ansfeldner Volksschulen. Sie wecken dabei das Interesse am Lesen und an Büchern, fördern die Kreativität und Vorstellungkraft, sind ein „starkes Lesevorbild“ und fördern Konzentration und den Sprachschatz der Kinder. Koordiniert wird das Angebot vom Verein für interkulturelle Begegnung und Kulturvermittlung (IBUK).

Noch heute aktiv werden für gutes Zusammenleben

Möchten Sie als Pädagogin oder Pädagoge eines der Angebote mit ihren Schülerinnen und Schülern nutzen? Möchten Sie sich als Ansfeldner Bürgerin oder Bürger beim Lesetandem engagieren, Ihre mehrsprachlichen Fähigkeiten als SprachmittlerIn einbringen? Kontaktieren Sie noch heute den Ansfeldner Referenten für kommunales Zusammenleben, Mag. Gregor Kraftschik (07229/840-518 oder zusammenleben@ansfelden.at) im Referat für kommunales Zusammenleben, der Dreh- und Vernetzungsstelle für gutes Zusammenleben in der Stadt.

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